Neues Fanerlebnis im Mercedes-Benz-Stadion (in Atlanta)

Die Fussball Bundesliga-Saison fängt an diesem Wochenende an. Ein guter Anlass auf ein Projekt in den Vereinigten Staaten hinzuweisen. Dort wurde das neue Mercedes-Benz Stadion in Atlanta von IBM mit neuester Videotechnologie aus der IBM Cloud ausgestattet,  um Fans derAtlanta Falcons Football Teams und der Fussballer von Atlanta United  das Spielerlebnis der nächsten Generation zu bieten. Für unsere Verhältnisse unvorstellbar: Nicht nur ein unvorstellbarer, riesiger Bildschirm, den alle sehen, sondern darüber hinaus über 2.000 Monitore im ganzen Stadion und eine hochmoderne Infrastruktur mit 2.000 WiFi-Zugriffspunkten:

  1. The new Mercedes-Benz stadium in Atlanta uses IBM Cloud as the basis of a converged network with more than 4,000 miles of fiber on a passive optical network.
  2. The 71,000-seat stadium has 90 miles of audio cabling and nearly 2,000 wireless access points for Wi-Fi connectivity.
  3. The new stadium includes a 360-degree, 63,000-square-foot HD Video Halo Board and more than 2,000 video displays throughout the building.

via Going high tech with IBM Cloud at Atlanta’s new Mercedes-Benz stadium – TechRepublic

Und drei neue mobile Apps vermittelt eine Vielfalt von Informationen, von Statistiken bis zu (beinahe) Echtzeitinformationen oder auch die Fähigkeit, den Parkplatz im Voraus zu bezahlen und sich im Stadion zurecht zu finden.

Klar, die Amerikaner sind auch ein anderes Erlebnis in den Sportstadien gewohnt. Wer einmal bei einem Sportereignis in einem amerikanischen Stadion war, weiss, dass sie wesentlich „unterhaltungsfreudiger“ sind. Aber auch in deutschen Landen geht der Zug in Richtung „Fanerlebnis“. Shannon Miller vom IBM iX Team sieht, dass das digitale Erlebnis immer mehr Bedeutung in Ergänzung zum Liveerlebnis vor Ort bekommt: „Man braucht diese Technologieintegration, weil wir als Fans – und ich bin einer davon – die gleichen Erwartungen haben, die wir mit Amazon oder Starbucks oder anderen herausragenden Erfahrungen kennen.“

Jared Miller, Chief Digital Officer und SVP of Analytics and Technology von AMB Sports and Entertainment (AMBSE), verspricht, Technologie nicht der Technologie wegen zu nutzen:

“One thing we’re not going to do is innovate for innovation’s sake. We’re going to make sure we innovate for the customer sake and for benefit of the fan at the end of the day.”

via What To Expect From Mercedes-Benz Stadium Technologically

Das Leben der Fans in und um das Stadium solle einfacher und komfortabler gestaltet werden. Und dafür brauche man HighTech, die neueste technologische Infrastruktur, Konnektivität und all die Dinge, um das Fanerlebnis der SmartPhone-Generation zum Leben zu erwecken.

 

Michael Compitello, Direktor der IBM Global Sports und Entertainment Practice, glaubt, dass man durch die neue Erfahrung die Fans noch mehr motivieren kann, ins Stadium zu kommen: „Das ist die Technologie, die man nur erfährt, wenn man selbst ins Stadion kommt. Dadurch werden wir Leute aus ihren Häusern, von ihren Sofas ins Stadion holen.“

Meine 2 Cents: Ich gebe zu, ich bin eher der altbackene Fussballasket, der das spannende, hoffentlich schöne Spiel liebt – und das jenseits der Dominanz von Bayern München und der Ablösesumme eines Neymar. Auch haben wir sicherlich andere, ernste Herausforderungen angesichts der aktuellen Randale von Ultras.

Trotzdem glaube ich, dass jenseits einer Helene Fischer als Pausenfüller und des vermeintlich amerikanischen Entertainment-Schnickschnacks durchaus viele sinnvolle Services für die Besucher geboten werden könnten und sollten. Das reicht von der Navigation zum Parkplatz bis zum Sitz- oder Stehplatz bis hin zur personalisierten Unterhaltung und Information über seinen Lieblingsverein oder das aktuelle Spiel in mobile Apps.

Genau diese Fragen, was denn in Deutschland Sinn macht und welches digitale Erlebnis welche Fans wollen, müssen sich auch von unsere Clubs und Stadionbetreiber stellen und diskutieren. Digitale Services und Erlebnisse werden auch vor deutsche Stadien und Ligen keinen Halt machen. Es wäre sicher spannend, ein solches Projekt einmal in Deutschland zu starten.

Weitere Infos und Videos:

(Stefan Pfeiffer)

 

Ein Kommentar

Kommentar verfassen