Künstliche Intelligenz und die deutschen Verbraucher: Skeptisch, aber den potentiellen Nutzen durchaus erkennend

Heute ist der Tag, um Studien rund um die Deutschen und künstliche Intelligenz aufzugreifen. Im Beitrag von heute Morgen habe ich zwei Studien zitiert, die sich mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen beschäftigt. das Ergebnis: ambivalent, da sich die Studien doch widersprechen. Wie ist es aber mit den Verbrauchern. Auch hier sind Studien aktuell verfügbar.

Laut PwC Befragung bei rund 1.000 Bundesbürgern haben wir Deutschen ein ambivalentes Verhältnis zu künstlicher Intelligenz. Viel Zustimmung gibt es für Roboter, die bei der Arbeit helfen. So stehen 58 Prozent dem Putzroboter positiv gegenüber, der die Wohnung sauber hält. Schwere körperliche Arbeiten dürfen laut 51 Prozent Hilfsroboter gerne den Menschen abnehmen. Macht beides ja auch Sinn. Beim Thema selbstfahrende Autos sind die Deutschen skeptischer: Nur jeder dritte Befragte kann sich dafür erwärmen.

Insgesamt stehen die Deutschen dem Thema künstliche Intelligenz laut PwC-Studie positiv gegenüber: 77 Prozent der Befragten glauben, dass künstliche Intelligenz den Menschen helfen wird, ihren Alltag besser zu organisieren und sich, so 72 Prozent, sie sich dadurch „auf wichtigere Dinge im Leben“ konzentrieren können. Nur (noch) 12 Prozent bestreiten den Nutzen von künstlicher Intelligenz ganz generell. Dagegen Allerdings geben 51 Prozent zu, dass Ihnen die Entwicklung auch Angst macht. Jedoch können sich sieben von zehn Deutschen vorstellen, intelligente Assistenten etwa bei der Steuererklärung oder bei der Terminplanung zu nutzen.

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Zwischen 40 und 50 Prozent der Befragten glauben, dass künstliche Intelligenz bei drängenden Herausforderungen wie Cybersicherheit, Kampf gegen den Klimawandel und in der Medizin, beispielsweise um Medikamente und Therapien gegen Krebs zu finden lassen, helfen kann. Mit dem Aspekt KI im Gesundheitswesen – siehe hier den  FAZ-Artikel zu Krebstherapie und IBM Watson – befasst sich auch die Studie „Wieviel Künstliche Intelligenz brauchen wir im Alltag“, die Bitkom Research im Juni 2017 im Auftrag von VMware bei 1.000 durchführte. Zwar sehen die Befragten dort, dass KI eine größere Rolle spielen wird, jedoch vertrauen 93 Prozent doch eher dem Arzt denn einem computerbasierten medizinischen Informationssystem. Ein Misstrauen gegenüber Chatbots ist in der Bitkom-Studie sowohl im Gesundheitswesen wie auch dem Finanzwesen zu vermelden. Die Befragten erwarten eher einen schlechteren Service und bevorzugen den menschlichen Kontakt

Insgesamt stehen deutsche Verbraucher dem Thema künstliche Intelligenz vor allem aus Besorgnis um ihre Daten skeptisch gegenüber. „German Angst“ ist, dass die eigenen Daten bei der KI nicht sicher sind. Doch gilt auch hier: Mit steigendem persönlichen Nutzen steigt die Bereitschaft persönliche Daten preiszugeben – entgegen allen Sicherheitsbedenken.

Das Vertrauen der Deutschen in KI-Services ist nicht besonders hoch.
Foto: VMware/Bitkom Research

(Stefan Pfeiffer)

Quellen:

 

 

 

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