Watson ist nicht Alexa

Kennst Du eine Künstliche Intelligenz, kennst Du alle! Oder? Eher nicht – genauso blöd, wie wenn manche Männer diesen Spruch auf Frauen anwenden, ist er eigentlich auch bei Künstlicher Intelligenz. Klar, die Fähigkeiten von KI-Lösungen verschiedener Anbieter scheinen auf den ersten Blick ähnlich: Spracherkennung, Dialogfähigkeit und die Fähigkeit, große Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten zu verarbeiten. Doch wenn man genauer hinsieht, gibt es große Unterschiede, und die betreffen nicht nur das Thema Datensicherheit, das wir ja schon vor kurzem hier thematisiert hatten.

Dr. Wolfgang Hildesheim, Leiter der IBM Watson Group Deutschland, Österreich, Schweiz, zieht dazu auf dem IBM THINK Blog folgendes Beispiel heran:

„… es macht einen großen Unterschied, ob ein kluger digitaler Assistent uns im Haushalt unterstützt – also einzelne, voneinander unabhängige Fragen, etwa nach dem Wetter oder dem besten Restaurant der Stadt beantwortet, unsere Lieblingsmusik spielt oder sich um unseren Einkaufszettel kümmert. Oder aber ob es ein System schafft, Dialoge zu führen, komplexe Inhalte auch im Kontext zu erfassen, Schlüsse daraus zu ziehen oder tatsächlich zu beraten – etwa Bankkunden, Call-Center-Mitarbeiter, Ärzte oder Entscheidungsträger in einem Unternehmen.“

Und was ist das Geheimnis dahinter, das IBM Watson von anderen KI-Anwendungen unterscheidet? Dazu Dr. Hildesheim:

„In erster Linie die Qualität der Algorithmen und die darin abgebildete jahrzehntelange Entwicklungs- und Branchen-Expertise von IBM verknüpft mit den strategischen Überlegungen, wie Watson prinzipiell arbeiten soll. Dazu gehört beispielsweise auch ein zentrales Design-Prinzip und eine Überzeugung, die da lautet: Die Daten des Kunden A sollen und werden nicht mit einem Kunden B oder anderen Nutzern geteilt. Datenschutz und Datensicherheit haben oberste Priorität. Dies ist, neben dem Anspruch an kontextbasiertes „Denken“, ein weiteres, wichtiges Differenzierungsmerkmal gegenüber Verbraucher-orientieren KI-Anwendungen.“

Watson in Frankfurt und auf der ganzen Welt

Dadurch, dass viele Watson-Anwendungen im deutschen IBM Rechenzentrum in Frankfurt am Main erhältlich sind, unterliegen die Daten den europäischen Datenschutzrichtlinien. Gleichzeitig ist Watson sehr international: In den weltweiten Forschungszentren von IBM konzentrieren sich laut Dr. Hildesheim rund ein Drittel der IBM Forschungsaktivitäten auf Watson, in so unterschiedlichen Bereichen wie Health Care oder Robotics. Durch diese Forschungsaktivitäten ist Watson zu einem großen Praktiker geworden und bei vielen Unternehmen weltweit im konkreten Einsatz, wie etwa bei der Lufthansa Group.

All diese Aspekte zeigen, warum man Watson eben nicht so einfach mit seinen anderen „KI-Kollegen“ vergleichen kann.

(Verena Krebs)

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