Gegenüber der FAZ hat der Hidden Champion-Forscher Hermann Simon seine Thesen über die Zukunft der mittelständischen Vorzeige-Unternehmen vertieft. So macht er deutlich, dass „der Zug auf dem Consumermarkt abgefahren ist“. Hier dominieren amerikanische Großkonzerne die globalen Märkte, mit Ausnahme Chinas. „In China entsteht eine zweite wirtschaftliche Weltmacht“, zitiert die FAZ Simon:

„In China sehe ich im industriellen Bereich künftig die größere Konkurrenz für Deutschland als in den Vereinigten Staaten.“

Und die FAZ schreibt weiter:

„In der industriellen Welt werde auch nach der Digitalisierung – im Gegensatz zur Welt der Verbraucher – kein Land dominieren. Im industriellen Internet liege auch Deutschlands Zukunft.“

Hier kommt dann noch einmal die These mit den Nischenmärkten, die Simon im Interview mit mir ausführlich dargelegt hat. Unternehmen wie Apple werden sich um keinen Markt kümmern, der nur wenige Milliarden Euro groß ist. Zudem kennen deutsche Anbieter industrielle Prozesse wie kaum andere Anbieter.

Das liege daran, dass es hierzulande noch immer einen hohen Anteil an industrieller Produktion gibt und dass Deutschland auch schon heute der größte Industrieausrüster der Welt ist mit seiner Automatisierungstechnik. Industrielle Fertigungsprozesse seien sehr viel komplizierter als Konsumprozesse. Als dritten Grund für die Ausgangslage deutscher Unternehmen für den Aufbruch in die digital vernetze Produktion (Industrie 4.0) sieht Simon darin, dass industrielles Fertigungwissen sehr viel spezifischer ist als Wissen über Verbraucherverhalten und dass es nicht öffentlich zugänglich ist.

Wie gut wir im industriellen Internet wirklich sind, erörtere ich heute um 12:30 Uhr via Facebook Live mit Professor Volker Banholzer.

Bonner #Sommerinterview mit Professor Volker Banholzer. Thema: Gestaltungsdiskurs zu Industrie 4.0, fehlende Debatte zu Society 4.0 und die Rolle von Fach- und Publikumsmedien – diskutiert mit 🙂

Posted by Gunnar Sohn on Dienstag, 1. August 2017

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Posted by gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

One Comment

  1. Martin Lauritzen 17/08/2017 at 13:10

    Nun Deutschland als Innovationsmotor, sollte auch die Kommunikationswerkzeuge für die Zukunft erhalten. Mit einfachen Produktionen können wir hier keinen Blumentopf gewinnen. Da hat China den größeren Joker. Amerika? Was bauen die noch mal………?

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