Über die digital-transformatorischen Angstmacher #CIODebatte

Vielen Mittelständlern in Deutschland machen die neuen IT-Technologien Angst, schreibt die Wirtschaftswoche. Aber warum ist das so? Ist das nur der fehlende Mut oder sind es nicht auch die vielen Angstmacher, die auf den Bühnen herumlaufen und den Unternehmern suggerieren, dass sie gegen die Angreifer aus dem Silicon Valley keine Chance haben?

„Wir werden mittlerweile fast täglich mit Begriffen wie Industrie 4.0, Big Data, Digitalisierung und Internet der Dinge konfrontiert – ich möchte fast schon sagen: belästigt“, moniert Frank Richter, Vorstandschef der Swiss Global Investment Group.

Selbsternannte Experten würden sogar schon die exakten Potenziale und die daraus resultierenden Einsparungen kennen, die durch Digitalisierung und Vernetzung entlang der sogenannten Wertschöpfungskette erzielt werden.

„So scheinen eben diese Experten vergleichbar mit den Orakeln in der Antike und deren Weissagungen“, so Richter.

Wenn es um die vernetzte Ökonomie geht, wimmelt es von Allgemeinplätzen, Phrasen und Floskeln. Wie das für Firmen konkret laufen soll, wird nur sehr oberflächlich oder gar nicht erklärt:

„Es ist viel einfacher, möglichst generisch in der Ausdrucksweise und damit gewissermaßen unverbindlich in der Aussage an sich zu bleiben“, kritisiert Richter.

Vieles sei übrigens alter Wein in neuen Schläuchen.

„So ist Wissensmanagement vom Wesen her nichts anderes als die Sammlung, das Digitalisieren und schlussendlich die Nutzbarmachung von Daten, um unternehmerische Entscheidungen treffen zu können.“

Was unter dem Stichwort Big Data nun anders werden soll, bleibt auf Beispielen wie der Stauwarnung hängen. Es erreicht die Wirtschaft nicht. Leblose Begriffskaskaden befördern Entscheider ins tatenlose Koma. Und die Angstmacher verschlimmern die Situation, bemerkt Oliver Kepka auf Facebook:

„1. Es sind Menschen. Und Menschen haben Angst zu versagen, Angst, dass ihnen die Dinge entgleiten, dass sie sich ein Scheitern eingestehen müssen, dass sie ausgelacht oder gefeuert werden. Deshalb sind sie beim Thema Digitalisierung oftmals zurückhaltend und schieben schwächere (Schein-)argumente vor wie die Angst vor der NSA. 2. Die Produkt- und Lösungsangebote sind nach wie vor viel zu kompliziert in der Bedienung, in den Preismodellen, in den eher technischen Werbeaussagen. Das schreckt ab. 3. Die von Dir zitierten Angstmacher treiben ihr Unwesen und verunsichern zusätzlich. Sie werfen mit Buzzwords um sich, überhöhen sich mit ihrem elaborierten Sprachcode und lamentieren über abgefahrene Züge. Abgefahren ist nur ihre Art, die Ängste zu verstärken. Ich kann die Welt nicht retten. Aber in diversen Einzelgesprächen und Workshops versuche ich, Unternehmer mit auf die Reise zu nehmen und mit ihnen auf Augenhöhe und eher positiv konnotiert über die Dinge zu sprechen.“

Eine schöne Steilvorlage für weitere CIO-Debatten 🙂

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