Die Diskussion, welche Rolle ein CIO im Zeitalter der digitalen Transformation spielen soll, wird allenthalben. Und natürlich werden auch entsprechende Studien durchgeführt. So auch in der Deloitte Global CIO Survey 2017, in der mehr als 1.200 CIO über 23 Branchen und 48 Länder hinweg befragt wurden.

Drei verschiedene Typen von CIO’s wurden identifiziert:

  • Der Trusted Operator, ein CIO, der den Fokus auf den Betrieb der IT Infrastruktur hat, der sich vor allem um Kosten, Effizienz und Sicherheit kümmert. 55 % der Befragten gehören zu diesem Typus.
  • Der Change Instigator, der den Wandel aktiv gestaltet und hilft, komplexe Technologie-unterstützte Transformationen durchzuführen. 11 % fallen in diese Kategorie.

  • Der Business Co Creator, der IT in das Geschäft einbettet und Einfluss gewinnt, indem er Vertrauen und Beziehungen aufbaut. Immerhin 34 % werden so klassifiziert.

Laut Studie sind CIOs sind im Vergleich zu vielen anderen Führungskräften in der idealen Ausgangslage, die digitale Agenda ganzheitlich im Unternehmen voranzutreiben. Jedoch fällt auf, dass geschäftliche Prioritäten auf der einen Seite und IT-Kompetenzen und Investitionen auf der anderer Seite signifikant auseinander klaffen. Die Geschäftsführung erwartet einen wesentlich höheren Beitrag der IT dabei, Geschäftsprozesse zu verbessern, Kosten zu senken und zu effizienter werden, Betrieb sicherzustellen, Sicherheit zu gewährleisten und Innovationen zu treiben.

Auszug aus der Infografik von Deloitte. Alle Rechte verbleiben bei Deloitte.

Hier werden die CIO’s – je nach Typus und Mandat der Geschäftsführung oder auch eigenen Zielen – in bestimmten Bereichen besonders nachschärfen und auch die Kompetenzen ihrer IT Organisation entsprechend verbessern oder aufbauen müssen.

Deloitte macht besonders auf den digitalen Eisberg aufmerksam: Nur ein Teil der Digitalisierung findet vorne, an der Spitze des Eisbergs, der Schnittstelle zum Kunden, statt. Um aber vorne beim Kunden digital und agil agieren zu können, müsse auch der Teil des digitalen Eisbergs, der unter dem Wasserpegel liegt, entsprechend gestaltet werden. Der digitale Wandel benötige meist großangelegte Transformationen im „Back-End“ der IT, in Altsystemen, der IT-Kultur und -Kompetenzen. Dies werde von den Führungskräften außerhalb der IT oft nicht oder nur unzureichend wahrgenommen.

Deloitte fordert die CIO’s auf, „gezielt den Großteil des digitalen Eisbergs, der unter der Wasseroberfläche liegt, zu adressieren.“ Die CIO’s seien in einer idealen Ausgangslage, die passende Strategie, Plattformen und Services zu kreieren, um ein ganzheitlich digitales Unternehmen zu schaffen. Hehre Worte, die Deloitte den CIO’s ins Stammbuch schreibt. Das Verständnis für die notwendigen Investitionen im „Back End“ dürfte in vielen Unternehmen fehlen. Und wird der CIO hier eventuell gar mit diesem umfassenden Anspruch überfordert? Oder wie hat es Axel Oppermann hier geschrieben: „Also lange Rede, kurzer Sinn: Der CIO hat es schon schwer, wird es schwerer haben. Doch was wäre eine Lösung?“

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Die infografik kann hier als PDF heruntergeladen werden

(Stefan Pfeiffer)

Posted by Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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