Der Hype um Virtual Reality wird nach Ansicht des TV-Journalisten Richard Gutjahr abklingen.

„Dafür werden wir es mit einer neuen, eher subtilen Form der Nachrichtenvermittlung zu tun bekommen. Ich nenne das ‚Augmented EARality‘.“

Winzige, kabellose Ohr-Stöpsel werden das Straßenbild prägen.

„Immer mehr Smartphone-Besitzer werden ihr Hörgerät gar nicht mehr aus dem Ohr nehmen, um darüber personalisierte Sprachnachrichten eingeflüstert zu bekommen. Terminerinnerungen, Flugsteig-Änderungen, VIP-Messages oder Breaking News. Zuhause werden Smarthome-Boxen diese Funktion übernehmen“, so Gutjahr.

Auch wenn der Verkaufsstart von Amazon Echo und Google Home noch belächelt wurde, werden mittelfristig alle unsere Wohnungen über einen solchen Sprachcomputer vernetzt sein.

„Für Mediendienste wird sich die Frage stellen, was ihre Rolle auf diesen Plattformen sein könnte.“

Diese Frage müssen wohl nicht nur Mediendienste beantworten. Thomas Pleil hat sich dazu einige Gedanken gemacht: „Was bedeuten Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder die kommenden Alternativen wie der Google Assistent oder Apples Homepod für Marketing und Kommunikation von Unternehmen?“

Die Amazon-Alexa-Skills könne man mit Apps vergleichen, nur eben, dass sie eine Audio-Schnittstelle (Conversational UI) haben.

„Damit gilt für Drittunternehmen, die Alexa als Plattform nutzen wollen, was in solchen Situationen immer gilt: Sie sind abhängig vom Reglement des Betreibers – und von dem Vertrauen, das dieser Betreiber genießt“, schreibt Pleil.

Unternehmen müssten eine Menge Nutzerforschung betreiben, um die richtigen Fragen und Kommandos herauszufinden. So müsse Alexa hierauf vorbereitet werden, so wie eben Web Designer auch lernen mussten, wo sie am besten welches Element platzieren.

„Im laufenden Betrieb zeigen sich dann sicher neue Schwierigkeiten, so dass ein Skill immer weiter trainiert werden sollte. Umgekehrt gilt: Lade ich ein Skill, muss ich lernen, Alexa die richtigen Fragen zu stellen. Das ist gar nicht immer so einfach, habe ich gemerkt. Zum Beispiel muss ich mir bei einigen Skills merken, mit welchen Aufwachwort ich sie starten kann“, erläutert Pleil.

Recht einfach könne Alexa beigebracht werden, RSS-Feeds vorzulesen oder komplette Podcasts abzuspielen.

Generelle Herausforderung: Schreiben fürs Hören.

„Insofern werden einige Texter künftig vermutlich ihre Beiträge anders strukturieren und anders formulieren, wenn diese auch vorgelesen werden sollen“, resümiert Pleil.

Weiter wichtig: Geschickte Verknüpfung von Skills mit anderen Kommunikationsplattformen.

Meinung gefragt. Welche Anwendungen und Verknüpfungen werden sich durchsetzen? Welche Erfahrungen habt Ihr bislang mit Alexa und Co. gesammelt?

Siehe auch: Using IFTTT and Alexa with Watson IoT platform

Posted by gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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