Risiken, Gefahren, Ängste…diese Zustandsbeschreibungen lassen nicht lange auf sich warten, wenn es um die Beschreibung der Auswirkungen der Digitalisierung, etwa im Bankenwesen geht. Vor allem die Berichterstattung in den Medien hat oft diese leicht negative Tendenz. Dies liegt zum einen sicher an den immer noch spürbaren Auswirkungen der Finanz- und Bankenkrise, also an den Praktiken in der Branche selber, und zum anderen an der allgemeinen Tendenz in Deutschland, neue Technologien und Innovationen erstmal skeptisch zu betrachten. Doch es gibt auch Positives zu vermelden.

Das Handelsblatt etwa greift in seinem Bericht zu einer aktuellen Studie von McKinsey zunächst das Thema Job-Verluste durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz auf. Während der Titel noch recht reißerisch die Ängste der Bankmitarbeiter aufgreift, klingt es im Artikel selber schon positiver, etwa wenn die Berater von McKinsey zu den Chancen der Technik sagen:

„Die Technik hilft, wertvollen Experten mehr Zeit für anderes einzuräumen“, sagt Moon. „Die Angestellten müssen neue Fähigkeiten nutzen . Zwar wird manuelle Arbeit zurückgefahren, dafür ist mehr möglich rund um die Themen Analytik, Transformation und Wandel.“

Es geht also darum, was die Banken aus den Möglichkeiten der Digitalisierung machen und wie sie diese erfolgreich umsetzen, auch im Sinne der Bankmitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Und apropos Möglichkeiten nutzen: Das Magazin für Digital Pioneers t3n berichtet von einer anderen Studie rund um das Thema Digitalisierung im Finanzwesen. Es geht um den Branchenkompass Banking von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut. In der Studie wird auf die Innovationsfähigkeit der deutschen Banken verwiesen, was sich etwa dadurch zeigt, dass rund ein Viertel der Geldinstitute ein eigenes Fintech gegründet haben:

Die Banken, sagen die Autoren der Studie, suchten damit „eindeutig die Nähe zu den digitalen Innovatoren”. Ziele seien, Kundenerlebnis und Abläufe zu verbessern sowie digitale Leistungen wie im Zahlungsverkehr durch mobile Verfahren sowie in der Beratung durch Robo-Advisor voranzutreiben.

Es besteht also insgesamt durchaus die Hoffnung, dass Banken in Deutschland die Chancen der Digitalisierung ergreifen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Martina Koederitz, die Chefin der IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz, fasst diese nötige positive Grundeinstellung in ihrem Blogbeitrag zu Banking 4.0 auf dem deutschsprachigen Unternehmensblog der IBM schön zusammen:

Mein Appell an Sie: Wenn Sie ein Berater sind, nehmen Sie die Unterstützung der „Maschinen“ an. Freuen Sie sich, die sich wiederholenden Aufgaben abgeben zu können und sich in die Kreativität zu stürzen. Bewerten Sie die Chancen höher als die Risiken – das Glas ist halb voll und nicht halb leer. Wenn Sie ein Bankkunde sind: Freuen Sie sich auf individuelleren Service und maßgeschneiderte Beratung! Seien Sie ein kleines bisschen wie John F. Kennedy: Scheuen Sie sich nicht vor neuen Technologien, haben Sie Mut – kognitiven Mut!

(Lars Basche)

Posted by Lars Basche

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2 Comments

  1. […] an Digitalisierung auch in anderen Branchen? In diesem CIO Kurator Post geht es um die […]

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  2. […] den Branchenkompass Banking hatten wir schon letzte Woche hingewiesen. Die für diese Studie verantwortliche […]

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