Nicht nur in der öffentlichen Verwaltung: Gesamtkosten und Abhängigkeitsverhältnis versus Open Source

Wer sich die Bereiche Betriebssystem für Notebooks und PCs anschaut, die existierenden Server-Landschaften analysiert (man denke an den Sicherheitsfall WannaCry), wer die Monopolisierung im Bereich Office-Anwendungen verfolgt, der kann nur die Stirn runzeln, gerade auch angesichts derAnkündigungen von Microsoft 365.

Erschreckend, wenn dann noch Leuchtturmprojekte wie LIMUX abgelöst werden sollen, wo doch Open Source ein nachvollziehbares und nachweisbares Erfolgsmodell ist. Erfolgreiche Giganten wie Google, Amazon und Facebook und die Verwaltungen anderer Länder setzen auf Open Source und machen sich nicht abhängig, wie dieser Bericht in der Computerwoche darlegt.

… Innovationsfähigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, sind auch für die Digitalisierung von Staat und Verwaltung von Bedeutung. Deswegen wird der Einsatz quelloffener Software in den Verwaltungen vieler anderer europäischer Länder und auch in den USA bereits massiv unterstützt und gefördert. Die Öffentliche Hand dort hat offenbar erkannt, dass der Einsatz von Open Source enorme Vorteile für Staat und Wirtschaft bietet.

Quelle: Öffentliche Verwaltung: Warum Deutschland jetzt auf Open Source setzen sollte – computerwoche.de

Man erschrickt, wie der Lobbyismus offensichtlich hier in Deutschland funktioniert, gerade wohl zu einer der Regierungsparteien. Und das obwohl Abhängigkeit, Lizenzkosten und auch Sicherheitsaspekte für Open Source sprechen. Ein Augenöffner ist dieser Beitrag im Tagesspiegel. Peter H. Ganten, Gründer und CEO der Univention GmbH und Vorsitzender der Open Source Business Alliance, zieht in der Computerwoche folgendes Fazit:

Open Source Software kann die Digitale Agenda, Deutschlands Innovationsfähigkeit und den IT-Standort weiter voranbringen. Sie erhöht die Sicherheit von IT und stärkt somit das Vertrauen in die Digitalisierung. Die Politik sollte sich deshalb endlich stärker mit dem Thema beschäftigen und auch die Technologien in ihrer eigenen IT-Infrastruktur kritisch auf den Prüfstand stellen. Die Gründe habe ich dargelegt: Der Einsatz quelloffener Software kann die Abhängigkeit von wenigen großen Herstellern entscheidend reduzieren. Gleichzeitig erhöht sich die Sicherheit staatlicher IT-Organisationen um ein Vielfaches, weil Probleme und (in)offizielle Hintertüren schneller erkannt, einfacher behoben – und sensible Daten besser geschützt werden können.

Quelle: Öffentliche Verwaltung: Warum Deutschland jetzt auf Open Source setzen sollte – computerwoche.de

Alleine mir fehlt der Glauben, denn Trägheit und Bequemlichkeit, sich mit Alternativen zu beschäftigen, die nicht „jeder“ hat, der geschickte (oder perfide) Lobbyismus, der offensichtlich funktioniert, und andere „clevere“ Methoden verfehlen nicht ihre Wirkungent:

Schüler und Lehrpersonal erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nichts anderes lernen. Nach der Ausbildung, so das Kalkül, zahlen sie dann für den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis.

Quelle: (3) Cyber-Attacken auf staatliche IT: Wer das Monopol verlässt, wird unter Druck gesetzt – Welt – Tagesspiegel

Mehr oder weniger versteckt – der, der lesen kann, sieht es – macht auch Axel Oppermann, anerkannter Microsoft-Experte, angesichts der aktuellen Ankündigungen von Microsoft auf potentielle Risiken aufmerksam:

Verantwortliche in Unternehmen, …, sollten sich aktiv mit M365 beschäftigen. Dabei wird besonders empfohlen, sich unmittelbar mit weiteren Security- und IT-Managementlösungen zu beschäftigen und einen langfristigen Adaptionsplan – einen Bereitstellungsplan – zu konzipieren. Dies ist auch deshalb notwendig, um etwaige Gesamtkosten und Abhängigkeitsverhältnisse (zu weiteren Microsoft-Produkten) zu berücksichtigen. In die Betrachtungen sollten zwingend Preisentwicklungen in den kommenden Jahren einbezogen werden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, die vorhandene Struktur gegen M365 zu mappen, eine Best-of-breed-Alternative zu durchdenken und die Optionen entlang der primären Kriterien „Bedarf“, „Leistungsfähigkeit“, „Preisentwicklung“, „Zukunftssicherheit“ und „Innovationskraft“ zu beurteilen. [bctt tweet=“Bei der Entscheidung pro oder contra M365 geht es um mehr als um die Beschaffung einzelner Funktionen; es ist eine Grundlagenentscheidung.“ username=“@Axelopp“]

Quelle: Kurzanalyse: Microsoft 365 – Denkhandwerker

Ich wiederhole: Gesamtkosten und Abhängigkeitsverhältnisse (zu weiteren Microsoft-Produkten) bedenken! Es ist eine Grundlagenentscheidung!!!

(Stefan Pfeiffer)

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