McKinsey zum Internet of Things: Daten nutzen, Sicherheit gewährleisten und vom Nutzen her denken

Es geht wohl langsamer als erwartet, glaubt man dem Bericht von McKinsey über die Ausbreitung des Internet of Things, und das obwohl laut den Beratern Medien und Konsumenten fasziniert sind und die tolle neue Welt gezeichnet wird:

Both consumers and the media are fascinated by IoT innovations that have already hit the market. These “smart” devices have sensors that communicate seamlessly over the Internet with other devices or the cloud, generating data that make the world safer, more productive, and healthier. …

Consumers are more connected than ever, owning an average of four IoT devices that communicate with the cloud. Globally, an estimated 127 new devices connect to the Internet every second. A report from the McKinsey Global Institute estimates that the IoT could have an annual economic impact of $3.9 trillion to $11.1 trillion by 2025 across many different settings, including factories, cities, retail environments, and the human body (Exhibit 1).1

über What’s new with the Internet of Things? | McKinsey & Company

Unternehmen und Privatpersonen werden immer vernetzter und dieser Trend wird nicht aufzuhalten sein. Die Berater von Mc Kinsey sehen vielfältige Potentiale, dass sich der Internet der Dinge erfolgreich ausbreitet, weist aber aber auch auf Risiken hin.

IoT: Noch viel Potential in Datenanalyse und -nutzung

Derzeit würden die Daten, die über die Devices gesammelt werden, nur sehr unzureichend genützt. Hier sei noch ein großes Potential zum Beispiel in der Planung anstehender Wartung und vielen anderen Einsatzgebieten. Man müsse den Daten vertrauen und sie systematisch analysieren. Derzeit dominieren, so der Report, noch die einfachen Einsatzgebiete im IoT. Von fortschrittlichen digitalen Zwillingen, von Gartner als Digital Twins bezeichnet, ist man wohl noch weit entfernt:

A digital twin is a digital representation of a physical object. It includes the model of the physical object, data from the object, a unique one-to-one correspondence to the object and the ability to monitor the object.

über How to Use Digital Twins in Your IoT Strategy – Smarter With Gartner

Chancen für die weitere Ausbreitung stellen, so der Beitrag, die immer breitere Verfügbarkeit von Video und Audio in Verbindung mit höherer Konnektivität und der Cloud dar. Und natürlich wird das Beispiel Amazon Echo und Alexa genannt. Mittelfristig wird sicherlich auch eine Rolle spielen, dass künstliche Intelligenz quasi in der Hosentasche auf den Devices implementiert werden kann.

IoT Security: Auch Devices werden angegriffen

Die MyKinsey-Berater sprechen natürlich auch das Thema Sicherheit an. Experten wie Bruce Schneier machen angesichts der WannaCry-Attacke auf die enormen Sicherheitsrisiken im Internet of Things aufmerksam. Es gehe heute nicht mehr nur darum, dass Computer und jetzt auch vermehrt Smartphones angegriffen werden. IoT-Devices, die im Smart Home ebenso wie künftig in Medizin und in vielfältigen Unternehmenslösungen, von der Industrieanlage bis smarten Aufzügen oder zur Sicherheitsüberwachung zum Einsatz kommen, werden in den Fokus krimineller Angreifer rücken:

„Computer security becomes everything security,“ …

„It’s a threat which actually affects lives. It’s fundamentally different between when your spreadsheet crashes and you lose your data and when your heart defibrillator crashes and you lose your life,“ said Schneier.

The industry has become used to reactive security updates and patching as defending systems against attacks has mainly fallen to the market – an approach which Schneier said has „worked mostly okay“ but „not great“.

However, these imperfect solutions got by because „the effects of failure weren’t that great“. If a machine crashed, it had to be rebooted – …

That isn’t true for the Internet of Things, with devices like routers and home entertainment systems built by organisations who might not even consider the need for in-built security or security patches – with no option of updating them if the need arises.

über The Internet of Things? It’s really a giant robot and we don’t know how to fix it | ZDNet

Hacker-Angriffe stellen hier – so Schneier – eine große Herausforderung dar, da gerade die Hersteller der im Smart Home eingesetzten Geräte oft nicht oder nur ungenügend über Sicherheit nachdenken. Hier muss wohl radikal umgedacht werden: Wie schütze ich die vielfältigen Devices? Wie patche und aktualisiere ich die „Internet-Dinger“, in Unternehmen, aber auch daheim?

IoT: Vom Nutzen und vom Design denken

Mein Zusammenfassung der Lektüre: Denke vom Anwendungsfall und Nutzen (statt nur von der technologischen Seite), von einfacher Nutzung und gutem Design (auch in der Unternehmen und Industrie) und denke immer Sicherheit und Datenschutz mit (Privacy by Design). Dies scheinen maßgebliche Faktoren zu sein, um im Internet der Dinge voranzukommen.

(Stefan Pfeiffer)

 

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