Trotz allen Sourcings, aller Cloud und aller Automatisierung von Prozessen in der IT-Abteilung. Und losgelöst von der tatsächlichen Rolle und Bedeutung der IT-Abteilung im Allgemeinen und dem, was als CIO verstanden wird im Besonderen: Digital und IT ist (noch) ein People-Business. Menschen werden benötigt. Alle digitalen Geschäftsmodelle oder strategischen Wendepunkte benötigen noch Menschen, die diese realisieren und anstoßen; die diese vorantreiben.

Doch Charaktere, Köpfe und Persönlichkeiten, die den Anforderungen gerecht werden, sind selten. Neue zu finden ist schwer; im Unternehmen vorhandene zu halten oder zu entwickeln ist mindestens genauso schwer.

Doch warum verlassen Menschen Unternehmen; warum verlassen Menschen Menschen? In anderen Worten: Warum sollte ein Mitarbeiter bei Ihnen bleiben wollen? Warum sollte ein Mitarbeiter beim Unternehmen bleiben?

Die Hauptgründe für das Verlassen eines sicheren Jobs in einer IT-Abteilung, für das Verlassen des CIOs in seiner Rolle als Manager, sind

  • Mangel an Vision
  • Mangel an Fokus bzw. Nachhaltigkeit des Zwecks/der Tätigkeit
  • keine wirkliche Rechenschaftspflicht
  • zu starker Fokus auf Zahlen bzw. Benchmarks
  • Mangel an Vertrauen bzw. Mangel an Kompetenz
  • fehlende Integrität
  • fehlende Vorbilder
  • fehlende innere Führung
  • Management des Überlebenswillens

Die Hauptgründe für den Weggang liegen in der Regel nicht beim Unternehmen oder einer Unzufriedenheit mit dem eigentlichen Aufgabenfeld. Die Gründe liegen am Management, dem fehlenden Aufzeigen von Perspektiven. Perspektiven auf organisatorischer Ebene. Perspektiven auf der Leistungsebene. Perspektiven für die persönliche Entwicklung. 

Empfehlung

CIOs, die das vorantreiben müssen, was Land auf, Land ab als digitaler Wandel bezeichnet wird, müssen sich nicht nur auf Technologien und Techniken, auf Cloud, Big Data, Sourcing oder KI/AI fokussieren. Sie müssen sich darauf konzentrieren, ihre Vorhaben so zu formulieren, dass die für diese Veränderungen relevanten personellen Ressourcen gehalten werden können. Hierzu ist starke und klare Kommunikation nach innen notwendig. Eine Positionierung als dialogorientierter Meinungsführer, als Thought Leader, um die eigene Reputation aufzuwerten, ist unabdingbar.

Jedes Unternehmen – jeder Mensch – hat eine ihm eigene Reputation. Ob gewollt oder nicht. Ob gesteuert oder nicht. Dabei gilt Reputation im Allgemeinen als das Resultat von Wahrnehmungen, die wiederum durch Handeln entstehen – bzw. einer unterlassenen Handlung, Fakten und Verhalten. In diesem Kontext: das Verhalten, um die richtigen Mitarbeiter zu halten.

Ziel muss es sein, durch das nachhaltige Vermitteln von Erkenntnissen Glaubwürdigkeit, Relevanz und Reputation zu erzielen. Dabei richtet sich die Ansprache an die eigenen Mitarbeiter (der IT-Abteilung), Kollegen im gesamten Unternehmen und an Multiplikatoren. Der Wert einer Aktivität gilt als eine der wichtigsten Botschaften. Gleiches muss für Kommunikation und Interaktion mit der definierten Zielgruppe (eigene Mitarbeiter, Multiplikatoren etc.) gelten. Ziel muss es sein, Ideen und Erkenntnisse als Erster zu formulieren und weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, Reichweite und Anerkennung zu generieren, sich Diskussionen zu stellen und zu führen sowie die eigenen intellektuellen Kapazitäten und auch die Intellectual Property zu teilen.

Durch diese Form der Offenheit können die Hauptgründe für das Verlassen reduziert werden.

(Axel Oppermann)

 

 

Posted by Axel Oppermann

Axel Oppermann schreibt seit Mai 2017 bei CIOkurator. Axel arbeitet bei Avispador als Analyst, bloggt bei Denkhandwerker, schreibt nicht nur hier sondern auch für die Computerwoche, Mittelstandswiki & darüber hinaus. Seine Kolumne „Axel Oppermann… über digITal“ erscheint exklusiv auf CIOkurator.

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