Obacht: Indirekte Nutzung im SAP-Umfeld

Dass gerade auch die großen Software-Anbieter Audits durchführen, um zu prüfen, ob Unternehmen deren Software korrekt lizenziert haben, ist nichts Neues. Mit-Kurator Axel Oppermann kann dazu auch einiges erzählen. Nun schlagen die Wellen hoch, weil auch SAP diese Audits durchführt und dabei wohl einen Fokus auf die sogenannte indirekte Nutzung von SAP legt.  Unter indirekter Nutzung versteht man in der Regel, dass ein System über APIs angesprochen wird.

Bei indirekter Nutzung erfolgt die Nutzung – wie die Bezeichnung bereits nahelegt – nicht durch direkten Zugriff auf SAP-Funktionen, über die SAP-Standardbenutzeroberfläche oder durch Verwendung der Login-Daten des zugreifenden Endanwenders. Vielmehr erfolgt der Zugriff über eine Schnittstelle oder durch eine Non-SAP-Applikation … Häufig genutzte Technologien zur Verbindung von SAP-Funktionalität mit Non-SAP-Applikationen sind RFCs (Remote Function Calls), BAPIs (Business Application Programming Interfaces) oder SAP WebServices.

über Tipps zur indirekten Nutzung: SAP – Freund oder Feind? – computerwoche.de

Im Endeffekt geht es natürlich um potentiell Geld. Auch SAP will oder muss zusätzliche Einnahmen realisieren. Bei der Erhöhung der Wartungsgebühren hat sich SAP in der Vergangenheit eine blutige Nase geholt. Deshalb habe man – so die Computerwoche – nun die Audits angezogen.

Der Beitrag von Jan Hachenberger legt im Detail dar, welche Typen indirekter Nutzung es gibt, und rät zu einer sorgfältigen (und aufwendigen) Dokumentation und … Transparenz.

Die wenigsten Unternehmen haben für Applikationen, die über Schnittstellen mit SAP verbunden sind, eine belastbare Dokumentation der Schnittstelle(n), das heißt:

  • Auslöser des Zugriffs (Anwender, Geräte),
  • der für den Zugriff auf SAP verwendete User Account,
  • die Richtung des Datenflusses (lesend, schreibend),
  • die Taktung des Datentransfers (synchron, asynchron),
  • das Format der ausgetauschten Daten etc.

Diese Informationen lassen sich in der Regel nur über Befragung der jeweiligen Applikations- oder Schnittstellenverantwortlichen erheben.

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Nachdem dies dokumentiert wurde, muss dann verhandelt werden, ob und welche Art von Lizenz gegebenenfalls nachgekauft werden muss, beispielsweise die kostengünstigere „SAP Worker User Lizenz“ oder der „SAP Professional User“ oder eine zu verhandelnde Variante.

Dieses Thema wird uns nicht nur im Bereich SAP in der immer größer werdenden API-Ökonomie weiter umtreiben. Unternehmen und auch Software-Anbieter sollten – und da gebe ich Hachenberger Recht – transparent sein, in Art der Nutzung und im Pricing.

(Stefan Pfeiffer)

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