Kaum eine Sau wird derzeit so durch das Dorf getrieben, wie Alexa, HomePod, Assistant und Kompagnons. Das Internet of Things. künstliche Intelligenz, der persönliche Assistent für daheim, mit dem man sprechen kann … Allenthalben liest man darüber, vom kritischen Kommentar von Sascha Lobo im Spiegel bis zu Vergleichen, welcher Assistent wie gut ist. Der Markt schein enorm zu sein (zumindest in der privaten Nutzung:

Alexa Voice Service (AVS) enables developers integrate Alexa into their products and help Alexa penetrate more than 128 million devices by 2020, as forecasted by RBC.

via Bringing voice control to the office of the future | ZDNet

Und natürlich schwappt die Welle auch ins professionelle, berufliche Umfeld rüber. Was bringt Sprachsteuerung oder Sprachkontrolle am Arbeitsplatz der Zukunft und im Büro von morgen?

 With this advancement in the home, it is only natural that technology for smart offices is forging ahead, too. Companies have been working toward the concept of the frictionless office for years. The ability to talk to your computer or other devices has long been on our wish list for seamless communications. …

With voice control becoming more and more important in consumers everyday lives, it does make sense that voice control extends its reach and becomes fully integrated in the office. Adding voice to mundane tasks will enable employees to be as productive as they can be by using a simple interface to manage their workflow and daily tasks.

Voice control will evolve to become ubiquitous in our working lives, just as making a call using voice in your car has become. Voice is poised to become the enabler that helps users better interact with people, places, and technology.

User adoption of the technology will be the final, greatest hurdle.

via Bringing voice control to the office of the future | ZDNet

Leider sehr allgemein geschrieben. Was heisst das denn nun konkret(er) im Büro? Ich kann mir, einen intelligenten Sprachassistenten sehr wohl im Einzelbüro oder Home Office vorstellen. Hier ähnelt die Nutzung der privaten Anwendung mit dem Unterschied, dass der Sprachassistent geschäftliche Sprache lernen muss.

In der „einfachen“, generischen Sprachsteuerung kann das trivial sein. „Verschiebe den Termin um 10 Minuten“ wird ein Sprachassistent verarbeiten können. Was aber, wenn komplexere Aufgaben und Fragen an den Sekretär gestellt werden: „Bitte hole alle relevanten Dokumente und Besprechungsprotokolle zum Projekt Vernetztes Büro von morgen“ auf den Bildschirm. Da muss der Assistent dann schon mit Unternehmensanwendungen kommunizieren. Und auch die Anforderungen an das Erlernen von Fach- und Branchensprache geht sicher weit über die „normale“ Sprachsteuerung hinaus.

Ideen wie der Terminuter, der Sekretär, der Besprechungen inklusive der daraus resultierenden Aufgaben für die Teilnehmer selbstständig  mitprotokolliert, sind eine andere fortschrittliche Vision für den Einsatz von Sprache und künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz.

Des Öfteren hier auch auf das Thema Datenschutz aufmerksam gemacht. Wo speichern die intelligenten persönlichen Assistenten ihre Daten? Wie sind diese Daten geschützt? Wem gehören sie?

In Großraumbüros dürfte es zudem mit dem persönlichen Assistenten schwierig werden. Schwer vorstellbar, dass 10 Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig mit einem Alexa-Geschäftsklone sprechen. Ja, im Besprechungsraum kann ich die Ausstattung damit steuern, aber ist das nicht schon kalter Kaffee?

Ich denke, wir müssen die Frage vernetztes Büro der Zukunft weiter denken. Wo können intelligente, vernetzte Geräte – Stichwort Internet of Things – künftig eine sinnvolle Rolle spielen? Welche Devices werden intelligent und werden sprachgesteuert? Schindler hat beispielsweise mit „Schindler Ahead“ eine digitale Plattform für seine Fahrtreppen und Aufzüge vorgestellt, die diese zu intelligenten Maschinen aufwerten soll. Was ist nur Spielerei, was wertschöpfender Beitrag zur besseren Zusammenarbeit? Wie kann ich sinnvoll welche Schritte gehen? Der Alexa-Hype ist nett. Sprachsteuerung wird nicht nur privat kommen, aber es erfordert eine sachlich-fachliche Diskussion.

P.S. Auch wenn es nicht um die Sache geht: Ich finde den Namen HomePod im Vergleich zu Alexa extrem unsexy. Hört sich an wie Kochtopf und Pott. Erna, reich den Kochlöffel rüber. Nein, Siri, reich den Kochlöffel … Aber wie gesagt, nur eine Randbemerkung.

(Stefan Pfeiffer)

 

Posted by Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

7 Comments

  1. Hat dies auf Digital Naiv rebloggt und kommentierte:

    Erna kommt … Genialer Song. Aber nein Alexa kommt überall. Jetzt auch in unsere Büros?

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    1. Ist ja eigentlich von Wolfgang Lippert. Gibt es aber auch in einer Version mit Hugo Egon Balder in der Hittttttparade

      [youtube https://www.youtube.com/watch?v=psONYJKEsCk&w=560&h=315%5D

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  2. Und das habe ich gerade im täglichen Fortune Data Sheet vom heutigen Tag (8. Juni 2017)gefunden:

    „The race is on to find the next big thing in consumer computing and the focus so far is on voice-controlled digital assistants, like Apple’s Siri, that help you find information and get things done from across the room. Fueled by machine learning and other areas of artificial intelligence, Siri is facing off against Amazon’s Alexa and Google’s eponymous helper.

    But the Wall Street Journal’s Tripp Mickle has a deep dive into how Apple’s corporate culture may be stymying efforts to make Siri more capable and more accurate. One problem is that Apple collects and keeps less data generated by its customers than rivals. That lets the company brag about better protecting user privacy, but makes improving Siri more difficult.

    „Siri is a textbook of leading on something in tech and then losing an edge despite having all the money and the talent and sitting in Silicon Valley,“ Holger Mueller, a principal analyst at Constellation Research, tells Mickle.“

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  3. […] belegen. Aber wie gesagt … Viele Dollares für Dolores. Und zu Alexa habe ich mich ja schon hier […]

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  4. […] Stefan Pfeiffer hat das Thema schon angerissen: Was bringt Sprachsteuerung oder Sprachkontrolle am Arbeitsplatz der Zukunft und im Büro von morgen. […]

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  5. […] davon, dass wieder einmal relativ unreflektiert digitale Assistenten für Unternehmen mit Siri, Alexa und Co. gl…: Diese Aussagen stehen in deutlichem Widerspruch zu dem „Monitoring Report Wirtschaft Digital […]

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