Axel Oppermann … über digITAL: Herausforderung: Cloud-Beschaffung – Teil 1: Public Cloud

Nach langem Zögern, Hadern und Zaudern ist der „Cloud-Boom“ in Deutschland in vollem Gange. Der „Cloud-Zug“ fährt los und nimmt an Tempo auf. Nach Prognosen der führenden Marktforscher und Analysten werden im Jahr 2017 in Europa so um die 21 Milliarden Euro ausgegeben.

Schauen wir uns einzelne Segmente an: Den Cloud-Markt, insbesondere das Segment Public Cloud, dominieren US-amerikanische Anbieter. AWS, IBM, Microsoft und Google haben einen Marktanteil von weit über 60 Prozent. Auch die anderen Cloud-Anbieter wachsen beim Umsatz, verlieren aber in Summe an Marktanteilen. Was bedeutet das? Trotz eines jährlichen Wachstums der Investitionen von über 30 Prozent in Cloud-Lösungen – zu besseren Einordnung im Kontext: der Gesamtmarkt wächst nur um xx Prozent – konzentriert sich die Nachfrage bei einigen wenigen Anbietern, die in absehbarer Zeit den Markt dominieren werden. Diese bereits erwähnten Anbieter, die Big Four, planen regelmäßig mit Profitmargen von über 60 Prozent. Kurzum: Der Public-Cloud-Markt wird sich in absehbarer Zeit zu einem Oligopol entwickeln. Dies bedeutet mittelfristig eine Reduktion der Beschaffungsquellen und leistungsfähigen Anbieter, die durch Innovationen den Anforderungen der Anwenderunternehmen genügen.

Aber nicht nur, dass sich eher mittel- als langfristig die Zahl der Cloud-Lieferanten anpassen wird: Auch die Kosten werden zwangsläufig steigen. Dies hängt einerseits mit der zu erwartenden Marktstruktur als auch mit den originären Zielen der Provider zusammen. In anderen Worten: Ein Vendor Lock-in wird auch bei der Cloud unvermeidbar werden. Was bei Datenbanken oder E-Mail-Systemen ein „pain in the ass“ ist, wird bei der Cloud ein Risiko, bedingt durch die tiefe Integration und die Tatsache, dass einzelne Cloud-Services elementarer Bestandteil der eigenen Geschäftsmodelle sein werden.

So bleibt Transformation in Richtung Cloud immer ein mehrschneidiges Schwert; eine Medaille mit mindestens zwei Seiten: dem laufenden Betrieb, den damit verbundenen Anforderungen an eine agile IT, die noch kurz- bis mittelfristig das Brot-und-Butter-Geschäft der CIOs ist, sowie einer zu entwickelnden Multi-Cloud-Strategie, die für die grundlegende Wertschöpfung des Unternehmens unerlässlich sein wird. Nur wenn der interne IT-Betrieb sicher und stabil läuft und die Strategie in einem Multi-Cloud-Konstrukt den Wechsel zwischen Anbietern – zwischen den Clouds auf Ebene von Applikationen und Workloads – ermöglichen, werden IT-Organisationen im Unternehmen in der Lage sein, die Anforderungen zu erfüllen. Mit einer offenen Strategie, die eine Verwaltung von sogenannten Hybrid-Multi-Clouds im Rahmen der IT-Architektur ermöglichen. Investitionen in Werkzeuge und Technologien, die Hybrid-Multi-Clouds managen, ein einheitliches Modell für Zutrittskontrolle, Abrechnung und Bereitstellung, Kapazitätsmanagement, Kostenkontrolle und Performance-Analyse ermöglichen, sind unabdingbar; sie müssen in Beschaffungs- und Betriebsszenarien integriert werden.

Empfehlung

Der Markt für Public-Cloud-Lösungen ist trotz Wachstum, einer Vielzahl von Anbietern und neuen Modellen auf dem Weg, sich zu einem Angebotsoligopol zu entwickeln. Diese Tendenz hat große Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmen, die solche Services nutzen. Die aktuelle Angebotsvielfalt, die Vielzahl an Providern, Hostern & Co. täuschen einen breiten Katalog an Optionen vor. Dieser ist aber real nicht gegeben. Abhängigkeiten entstehen. Hier muss durch offene Konzepte gegengesteuert werden. More to come …

(Axel Oppermann)

 

 

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