Mike Elgan von der Computerworld hat einen interessanten Artikel über Telefonie und die mögliche Rollen künstlicher Assistenten geschrieben. „Anlass“ sind die Ankündigungen des neuen Touchscreen-Smart-Home-Device Echo Show und des Software-Update „Alexa Calling“ von Amazon (und auch den Plänen von Google). Die Vision, die Elgan entwirft, klingt durchaus vielversprechend, erinnert auch den persönlichen E-Mail-Assistenten, den IBM in Verse hoffentlich bald herausbringen wird.

Ein Assistent der einen Telefonanruf für mich erledigt, ist toll. Aber was ich wirklich will ist, dass er Anrufe für mich entgegen nimmt. Ich will, dass mein virtueller Assistent meine Anrufe im Blick hat, entsprechende Notizen und Übersichten für mich erstellt und für weitere Aufgaben zur Verfügung steht. Es ist eine gesicherte Annahme, dass die virtuellen Assistenzsysteme von heute sich immer mehr zu menschenähnlichen Assistenten entwickeln werden. Zumindest was ihre Fähigkeiten zur Unterstützung angeht. Und das Management von Telefonanrufen ist genau das, was menschliche Assistenten und Sekretärinnen seit der Erfindung des Telefons beschäftigt.

Die Integration von Telefonie-Funktionen in virtuelle Assistenzen (oder die Integration von virtuellen Assistenten in die Telefonie) bietet viele Möglichkeiten und ist unvermeidlich. Ich glaube, das erste Gerät dieser Art wird von Amazon kommen und sich an Unternehmen richten. …

… Es macht den virtuellen zum „echten“ Assistenten und macht die Telefonie gleichzeitig wieder aufregend und komfortabler als je zuvor. Dieses „Echo-Chamber-Ding“ wird auf Ihrem Schreibtisch thronen und alle möglichen Arten von Funktionen und Aufgaben erledigen – unternehmensspezifische Skills lassen sich darüber hinaus noch „dazu entwickeln„. …

Mein Fazit: Die Telefonie als Smartphone-Funktionalität ist ein temporäres Phänomen. Ihr ultimatives Ziel ist hingegen die „Vereinigung“ mit einer virtuellen Assistenz. …

Das Telefon ist tot, lang lebe die virtuelle Assistenz!

Source: Die fantastische Telefon-Zukunft – Das Telefon-Revival – computerwoche.de

Doch leider wird das Thema Data Privacy auch in diesem Beitrag zu virtuellen Assistenten nicht adressiert. Ich habe ja das Thema schon vor kurzem hier adressiert. Wo speichert und analysiert die künstliche Intelligenz die Daten? Werden generische Daten und Unternehmensdaten getrennt? Gibt es also verschiedene „Knowledge Graphen“? Oder gehen die Daten in den Knowledge Graphen des jeweiligen Anbieters ein?

Hier ist dringend eine sachliche Diskussion gefragt und komplette Transparenz seitens der Anbieter solcher Systeme gefragt. Gerade im Unternehmensumfeld – ich denke aber auch für viele Privatleute – ist es wichtig, ja unabdingbar, dass die eigenen Daten geschützt sind. Dies gilt gerade auch für Telefongespräche und Daten!

Um es klar zu stellen: Ja, ich will einen persönlichen Assistenten, der mir Routinearbeit abnimmt, gerade auch im Job. Ich möchte aber, dass meine Daten mir gehören – und nicht dem Knowledge Graph irgend eines Anbieters.

P.S. Auch mit der Vision, dass das Smartphone am Ende sein wird, bin ich nicht unbedingt einverstanden. Es wird ein mobiles Endgerät welcher Couleur auch immer geben, das man unterwegs nutzt – und das künstliche Intelligenz und persönliche Assistenten nutzt.

Dieses Video haben wir über die Vision eines persönlichen Assistenten in IBM Verse gemacht:

(Stefan Pfeiffer)

Posted by Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

3 Comments

  1. […] Das Telefon ist tot, lang lebe die virtuelle Assistenz! Ja, aber … […]

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