Wandel beim Content Management: Mit Inhalten arbeiten oder … protokollieren, kontrollieren

John Mancini, Chief Evangelist bei der AIIM, trifft in diesem Beitrag einige wichtige Aussagen zum Thema Enterprise Content Management und den von Gartner postulierten Content Services gemacht:

ECM in the traditional context was not designed for people who needed to work with content daily, but for those who needed to record the content.

… traditional ECM was not flexible nor dynamic enough — and not nearly user-friendly enough — to manage the rapid ebb and flow and volume of knowledge worker content.

By 2015, over 60 percent of organizations with mature ECM environments reported serious challenges with usability, mobility, rogue shadow IT solutions and a continued reliance on the dreaded file share for every day work.

All of which combined to create a need for a new approach to content management, one that was complementary to traditional ECM, but not the same. …

So for now, I think the best option for talking about content management is to divide the world into two parts, as Forrester has done:

  1. ECM Land — focused on large scale, mission critical, document-intensive processes (as it has always been)
  2. Digital Workplace Land — focused on automating the creation, management, and integration of knowledge worker content into every day processes.

Looking ahead, the revolution that is happening in the digital workplace with Office365, IBM and Box, Dropbox and G-Drive will not stop there. It is a revolution that will ultimately redefine not only the world of business content, but also how transactional content is managed.

Source: The Digital Workplace Is Flipping Content Management on Its Head

Ein Eingeständnis, dass die traditionellen ECM-Anbieter es nicht geschafft haben, aus der Ecke des Archivierungssysteme und transaktionsorientierten Dokumentenverarbeitung hinausgekommen sind. Zwar gab es verschiedene Versuche, Systeme für den täglichen Arbeitsplatzeinsatz zu platzieren, doch durchgesetzt haben sie sich nicht, sonst hätte es nicht „Dropbox“-Effekt gegeben. Sinnigerweise hat auch das oft gehypte SharePoint diesen Trend nicht aufhalten können – siehe OneDrive im eigenen Haus.

Es gibt – maßgeblich getrieben durch den mobilen Hype mit Smartphones, Tablets und Apps – das Bedürnis der Anwender nach wirklich intuitiven Anwendungen zum Teilen von Inhalten und Dokumenten am Arbeitsplatz. Integration in die anderen Produktivitäts- und Kommunikationswerkzeuge (nicht zuletzt E-Mail, aber auch Chat- und neue Konversationstools wie Slack und Social Collaboration-Lösungen), die täglich genutzt werden, wird ein Schlüssel für den Erfolg, für die Akzeptanz durch die Anwender sein. Und im Hintergrund schwebt weiter das Damoklesschwert auch neuer kommender Compliance-Anforderungen über dem oben postulierten Digital Workplace Land. Nicht umsonst postuliert IDC Datenschutz als integrale Bestandteil eines jeden neuen Produkts oder einer Dienstleistung. Aber interessiert das den Endanwender? Der will doch nur spielen, äh arbeiten.

Wen interessiert, was sich hinter der Allianz von IBM und Box steckt, kann hier nachlesen.
(Stefan Pfeiffer)

3 Kommentare

  • „ECM ist tot“ lautete die provokative Aussage Anfang Januar und Content Services sei nun „in“.Ich halte von „Content Services“ als Kategorie überhaupt nichts. Allein die künstlich geschaffenen Aufteilungen CSP Content Services Platforms, TCS Transactional Content Services, CSA Content Services Applications, BCS Business Content Services, CSC Content Services Components, CSS Content Services Solutions usw. usw. beinhalten keine Vision wo es zukünftig langgehen soll. Und neu sind die Ideen schon gar nicht, da ECM immer schon sich als Middleware, als Service-Layer verstanden hat. Letztlich geht es immer um „Information Management“ – Nutzung, Erschließung, Sicherung, Bewahrung von elektronischen Informationen.
    Die Diskussion um den Begriff Content Services läuft schon länger – so einiges bei uns im Blog nachzulesen http://bit.ly/ECM_ContentServices
    Forrester begann bereits 2016 ECM umzudeklarieren, Gartner zog 2017 nach. AIIM setzte erst auf „Systems of Understanding“ schwenkt aber nun auch auf „Content Services“ ein. Getrieben von den Marketiers der Anbieter, die unbedingt was Neues brauchen. IBM übrigens vorne weg hat gleich ihren Twitter-Kanal von ECM auf Content Services umdekoriert. Content Services hat nicht den Anspruch von ECM mit Strategien und Methoden sondern ist nur funktional und technologisch getrieben. Das Grundproblem des Begriffes Content ist gerade für den deutschsprachigen Raum ungelöst, da Content mit Web Content assoziiert wird und man ansonsten von Dokumenten spricht. Bei Content Services nach Definition von Gartner sind eine ganze Reihe von ECM-Komponenten „abgehängt“ – von der Collaboration über die Archivierung bis zum BPM Business Process Management. Content Services heißt zurück in die Nische und als Lösung unsichtbar werden. Dies hilft weder Anbietern noch Anwendern.

  • Pingback: Wird Box Documentum und Microsoft SharePoint ersetzen? Oder braucht es mehr?CIO KuratorAktuelle Nachrichten für den CIO kuratiert von Stefan Pfeiffer & "Friends"

Kommentar verfassen