Tech-Konferenzen: Google und Microsoft setzen auf künstliche Intelligenz, aber … erhöhte Obacht

Google und Microsoft haben gerade ihre großen Konferenzen durchgeführt. Und beide Giganten setzen auf … künstliche Intelligenz:

Google rüstet seine Dienste in großem Stil mit künstlicher Intelligenz auf und greift dabei die Rivalen Apple, Amazon und Facebook an. Der digitale Assistent des Internet-Konzerns soll demnächst Apples Siri-Software Konkurrenz auf dem iPhone machen.

Source: Google I/O: Die Ankündigungen auf einen Blick – FOCUS Online

Das Handelsblatt zitiert Google-Chef Sundar Pichai:

Tatsächlich wartete der Manager mit nicht weniger als einem Strategiewechsel auf. Künftig würde nicht mehr wie bislang die Weiterentwicklung von Innovationen für Mobilgeräte im Zentrum stehen, sagte Pichai, sondern die Maschinenintelligenz. „Wir werden alle unsere Produkte überarbeiten. Alles verändert sich dank künstlicher Intelligenz.”

Source: Google I/O: Sundar Pichai verkündet die KI-Revolution

Ganz ähnlich klingt Satya Nadella, der CEO von Microsoft:

Nadella introduced a new mantra to drive Redmond, Wash.-based Microsoft forward — at least for the next year: ‘Intelligent Cloud and Intelligent Edge.’

… Just over three years later, the technology landscape has changed and the new motto is designed to reflect that.

Three focuses drive this approach: artificial intelligence, cloud computing and data.

The company plans to build artificial intelligence into all of its apps and services. Cloud computing translates into accessibility for users — to their apps, their services, their data — wherever they are working, on any device or platform.

Source: Satya Nadella Introduces New ‚Intelligent‘ Vision for Microsoft’s Future

Und  kommentiert im Spiegel:

Das große Thema ist dieses Jahr künstliche Intelligenz (KI). Die großen IT-Konzerne, neben Microsoft also Google, Apple und Amazon, stecken Milliarden in die KI-Forschung und Entwicklung, betreiben riesige Rechenzentren, um ihren Kunden Dienste wie Apples Siri und Amazons Alexa bieten zu können. Normale Entwickler, auch wenn sie in Großunternehmen sitzen, können da nicht mithalten.

Source: Build 2017: Microsoft verkauft künstliche Intelligenz an Entwickler – SPIEGEL ONLINE

Die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz  sind breit. Dies reicht von den zitierte Assistenten für Endanwender und Konsumenten wie Siri von Apple oder Alexa von Amazon. Und Microsoft und Google greifen ganz sicher – siehe oben – auch dort an.

Aber es stellt sich auch die Frage, welchen Einfluss künstliche Intelligenz im Unternehmenskontext haben wird. Was bedeutet ein mit der Azure Cloud verbundenes Cortana in diesem Kontext? Auf dem Smartphone sind wahrscheinlich private E-Mail und Unternehmensmail. Also wie werden unternehmensrelevante Daten und persönliche Informationen im Zeitalter von Bring Your Own Device (BYOD) voneinander abgegrenzt? Wie bleiben meine persönliche Daten geschützt? Und wie werden die Daten meines Unternehmens geschützt? Wir wird Data Privacy gewährleistet und wie werden gerade auch die neuen Compliance-Anforderungen (z.B. GDPR etc.) eingehalten? Wem gehören welche Daten eigentlich? Unternehmensdaten sollten sicher nicht in den generischen Knowledge Graph der jeweiligen Technologiegiganten eingehen, sondern dürfen nur dem Eigentümer, dem Unternehmen gehören.

Dies sind alles wichtige, relevante Fragen, die geklärt und diskutiert werden müssen. An diesen Fragen wird auch deutlich, wie unterschiedlich der Ansatz der IBM im Bereich künstliche Intelligenz – oder wie das Unternehmen sagt kognitive Systeme – ist. IBM Watson ist kein Siri, kein generischer, mit künstlicher Intelligenz angereicherter persönlicher Assistent auf dem Mobiltelefon. Es ist ein Satz vielfältiger Schnittstellen und Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz für den Unternehmenseinsatz mit den Paradigma, dass die analysierten Daten und die Erkenntnisse dem jeweiligen Unternehmen – und nur dem – gehören. Beispiele, wofür IBM Watson heute schon eingesetzt wird, finden Sie hier.

Bei all dem Hype wird es nicht nur, aber gerade auch im Unternehmenskontext und für die jeweiligen Einsatzgebiete extrem wichtig sein, eine sachliche und fachliche versierte Diskussion zu führen, die Nutzen und insbesondere Fragen des Datenschutzes berücksichtigt.

Und bevor es falsch rüberkommt: Auch für jeden privaten Anwender ist es wichtig zu wissen, welche persönlichen Daten zu Alexa, Cortana, Siri & Co., in den Daten und Wissenspool von Microsoft, Google oder Amazon wandern. Oder werden die meisten Anwender den üblichen Deal eingehen: Ich gebe Dir, liebe Krake, meine Daten und dafür nutze ich Deine Services, möglichst kostenlos.

(Stefan Pfeiffer)

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