Bedrohung Schatten-IT: Quo vadis, CIO?

Die IT-Zeiten haben sich geändert. Auch wenn viele IT-Abteilungen aus den unterschiedlichsten Gründen – teilweise berechtigt wie Ort und Sicherheit der Datenhaltung – Cloud-Angeboten kritisch gegenüber stehen, wird die IT zunehmend ausgehebelt. Fachabteilungen und Anwender buchen einfach ihre Lösungen aus der Cloud.

Der Trend, mehr Angebote aus der Cloud zu beziehen hält an und verstärkt sich weiter. Der große Teil der Angebote trifft die konkreten Kundenbedürfnisse, ist flexibel buchbar und aufgrund weitgehend verfügbarer hoher Bandbreiten inzwischen alltagstauglich. Jeder Fachbereich bucht sich einfach die Leistung, die er gerade benötigt und kann diese genauso einfach wieder abbestellen. Auf lange Bindefristen verzichten viele Cloudanbieter, um Kundenwünsche besser zu erfüllen und die Eintrittsbarriere zu senken.

Wenn allerdings jeder Fachbereich die passenden Leistungen selber sucht, dann bedeutet das einen rasanten Zuwachs der Schatten-IT. In einigen Unternehmen ist bereits heute sichtbar, dass Schatten-IT sich zu einem ernsthaften Wettbewerbsfaktor für die interne IT und zum eigentlich relevanten Provider geschäftsprozessbezogener IT-Services entwickelt. Die verbliebene interne IT entwickelt sich dagegen zu einem Anbieter von Basisleistungen und Infrastrukturen und verliert erheblich an Bedeutung und Akzeptanz.

Source: Schatten-IT im Fokus: Kurswechsel in der Unternehmens-IT – computerwoche.de

Was tun, lieber CIO und liebe IT-Abteilung? Es ist ja nicht unbedingt ein Kompliment, dass Anwender Lösungen außerhalb des Portfolios der Unternehmens-IT suchen. Offensichtlich sind sie mit den Lösungen, die offizielle zur Verfügung gestellt werden, nicht zufrieden.

Kann man Schatten-IT bekämpfen? Man kann es versuchen, aber im “Long Run” werden die Apps nicht aufzuhalten sein. Stattdessen ist ein Umdenken gefragt. Müssen sich IT und CIO nicht in ein neues Rollenverständnis begeben, in dem sie konstruktiv neue Lösungen coachen und begleiten und dabei die so wichtigen Aspekte der Daten- und IT-Sicherheit im Blick behalten? Sollten sie nicht die verschiedenen Cloud- und InHouse-Lösungen ochestrieren? Ich befürchte, dass der CIO gerade angesichts der anstehenden digitalen Transformation gar keine andere Wahl hat, wenn er nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden will.

(Stefan Pfeiffer)

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